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Viscerale Osteopathie

 

Was ist viscerale Osteopathie?

Sie befasst sich mit der Behandlung von inneren Organen und ihrer Stützgewebe, mit den Blutgefäßen und mit einem Teil des Nervensystems - nämlich

>    mit der Beweglichkeit der Organe zueinander.

>    mit den minimalen Eigenbewegungen, die jedes Organ ausführt und die notwendig sind, damit sie ihre Funktion erfüllen können. Dabei handelt es sich, wie auch die Schulmedizin akzeptiert, um rhythmische Bewegungen von sieben bis neun Zyklen pro Minute, deren Ursachen allerdings noch nicht genau geklärt sind.

>    mit dem sie einhüllenden oder stützenden Muskel- und Bindegewebe.

 

 

Wie behandelt der Osteopath solche Störungen?

Sein fundiertes Wissen über die Strukturen und Funktionsabläufe der inneren Organe mit ihrem Stützgewebe, über die Blutgefäße und über das Nervensystem sowie die Wechselwirkungen untereinander ermöglicht ihm, die Ursache von Störungen mit sanften Techniken – und zwar mit den Händen - zu ertasten und zu beseitigen bzw. ihre Auswirkungen zu lindern.

 

Soweit sinnvoll, arbeitet der Osteopath auch in dieser Disziplin eng mit dem Arzt zusammen.

 

 

Anwendungsbeispiele der visceralen Osteopathie:

 

Im internistischen Bereich:

>    Chronische Verdauungsbeschwerden, Reizdarm

>    Störungen des Magens, der Leber, der Galle

>    Druck- und Völlegefühl, Sodbrennen unklarer Herkunft

>    Nahrungsmittelunverträglichkeiten

>    Probleme des Verdauungstraktes

>    Funktionelle Herzbeschwerden

 

Im urogenitalen Bereich:

>    Chronische Blasenentzündungen

>    Organsenkungen

>    Operationsfolgen wie Narben und Verwachsungen

>    Inkontinenz

>    Nierenprobleme

 

Im gynäkologischen Bereich:

>    Mentruationsbeschwerden

>    Schwangerschaftsbeschwerden (z. B. Rückenschmerzen)

>    Klimakterische Beschwerden

>    Unfruchtbarkeit

>    Vernarbungen im Bauchbereich nach Operationen und nach Kaiserschnitt

 

Im Hals-Nasen-Ohren-Bereich:

>    Kopfschmerzen und Migräne

>    Wiederholt auftretende Entzündungen (z. B. Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündung)

>    Schwindel

 

 

Wenn Sie mehr wissen wollen…

 

Zu den Organfunktionen zählt auch das wellenförmige Zusammenziehen der Muskulatur (peristaltische Bewegung) – z. B. des Darms.

 

Stützende Elemente der Organe sind Bänder, Gekröse und bindegewebige Falten. Sie halten die Organe an ihrem Platz – durch Verbindung mit einem anderen Organ oder mit der hinteren Bauchwand und dem Zwerchfell. Zum Teil enthalten sie auch Blutgefäße und Nerven für die Organe. Verhärten und Überdehnen dieser Aufhängungen beeinflussen die Funktion der Organe.

 

Organe haben die Tendenz, sich auszubreiten. Durch diesen „Ausbreitungsdruck“ (Turgoreffekt) und durch unterschiedliche Druckverhältnisse halten sie sich gegenseitig in ihrer Position. Verliert ein Organ seine Beweglichkeit, kann seine Funktion beeinträchtigt werden. Auslöser können sein:

>    erhöhte Gewebespannung in der betreffenden Organ-Umgebung

>    Verklebungen oder Narben nach einer Entzündung oder Operation (z. B. Blinddarmoperation, Kaiserschnitt), die Störungen verursachen

>    Organsenkung durch Übergewicht, mehrere Schwangerschaften, natürliche Alterung, Verletzungen oder ungesunde Essgewohnheiten können dazu führen, dass eine Niere, der Magen oder die Gebärmutter nach unten wandert und dort fixiert bleibt.

 

Die osteopathische Behandlung kann das Organ dabei unterstützen, seine normale Beweglichkeit zurück zu erlangen. Arbeitet der Osteopath parallel darauf hin, die Blut- und Nervenversorgung des Organes zu normalisieren, kann es heilen und die Beschwerden können verschwinden.

 

Selbst wenn noch keine Symptome spürbar sind, können Osteopathen Bewegungseinschränkungen der Organe feststellen und behandeln - und damit einer Krankheit zuvorkommen.

 

Da die Organe in enger Verbindung mit ihrer Umgebung stehen und Wechselwirkungen stattfinden, kann z. B. eine fixierte Niere oder ein „verklebter“ Eileiter auch Rückenschmerzen auslösen. Deshalb können viscerale Techniken oft auch bei Problemen des Bewegungsapparates helfen.

 

 

Wie geht der Osteopath bei der Behandlung solcher Störungen vor?

Er prüft mit seinen Händen die Position, die Form, das Volumen, die Dichte sowie die Beweglichkeit und Eigenbewegung der Organe. Bei einer Nierenstörung beispielsweise geschieht das, indem er seine Hände sanft in den Bauchraum einsenkt, um die Niere zu erfühlen und mit speziellen Griffen so auf sie einzuwirken, dass sie ihre natürliche Beweglichkeit zurückerlangt. Oder er löst fixierte Bänder des Magens, damit dieser besser arbeiten kann. Und mit einer speziellen Pumptechnik kann er die Leber stimulieren.

 

Der Osteopath kennt die Wechselbeziehungen zwischen den Organen sehr genau und nutzt dieses Wissen bei der Behandlung. Es kann durchaus vorkommen, dass er einen Patienten von seinen Magenschmerzen dadurch befreit, dass er ihn am Dickdarm behandelt.

 

Auf ähnliche Weise untersucht er auch die Gebiete im Körper, die für die Blut- und Nervenversorgung zuständig sind und behandelt damit z. B. Bewegungseinschränkungen, die auf einen blockierten Wirbel zurückzuführen sind.

 

 

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